Elternbildungsreihe II: „So wenig Unterstützung wie möglich, so viel wie nötig.“

Am Mittwoch, den 20.11.19, fand um 18.30 Uhr der zweite Abend unserer diesjährigen Elternbildungsreihe für die Eltern der 5. Klassen mit dem Thema „Mit Rückenwind ins neue Schuljahr: Wie Eltern ihre Kinder unterstützen können“ statt.

Die zwei Expertinnen Tine Kleinert und Eva Scheibe, Psychologinnen von der Schulpsychologischen Beratungsstelle Göppingen, gingen in ihrem gut einstündigen Vortrag auf Themen wie Bedürfnisse von Kindern, Bindungs-Theorien, emotionale Unterstützung, autonomieunterstützende Hilfen, Lob und Anerkennung sowie angemessene Erwartungen von Eltern an die schulischen Leistungen ihrer Kinder ein.

Viele Eltern schätzen ihr Kind oftmals als wenig motiviert und teils auch über- oder unterfordert ein und versuchen, durch Druck, Kontrolle oder vermehrte Begleitung bei Lernprozessen zu „helfen“. Diese „Hilfe“ kann jedoch bei Kindern entmutigend oder sogar beängstigend wirken, wenn sie sich durch diese Verhaltensweisen der Eltern mit Erwartungen konfrontiert sehen, die nicht zu ihrem tatsächlichen Leistungsniveau passen. Fragen wie „Kann mein Kind dem Lernstoff selbstbestimmt begegnen oder kontrolliere ich alles?“ oder „Verspüre ich als Elternteil selbst einen Druck, habe Ängste und Sorgen, die ich (unbewusst) an mein Kind weitergebe?“ können helfen, um das eigene Verhalten zu reflektieren und dann das Kind im Prozess zu unterstützen, dass es seine (eigenen) Ziele formulieren und den eigenen Lernprozess steuern kann. Denn Kinder sind vom Wesen her interessiert, wenn es ihnen gut geht. Auch ihre Motivation ist (natürlich je nach Interessenlage) meist hoch, wenn folgende Basisbedingungen erfüllt sind: Autonomie (selbstbestimmt handeln zu können), Kompetenzerleben (selbst etwas geschafft zu haben) und soziale Eingebundenheit (sich zu jemandem zugehörig fühlen). Natürlich gibt es gewisse Regeln und Zwänge (wie z.B. die Erledigung der Hausaufgaben), an die man sich halten muss. Die Frage, ob jedoch zuerst die Mathe- oder Deutschhausaufgaben erledigt werden, kann ein Kind auch selbst entscheiden. Und letztlich geht es in der Schule ja noch um viel mehr als (gute) Noten: „Gute Noten und bestandene Prüfungen sind keine dauerhafte Garantie [für eine positive Entwicklung]. Was langfristig zählt, sind Kompetenzen und ein gutes Selbstwertgefühl, welches das Kind nur über erfolgreiche Erfahrungen bekommt.“ (Remo Largo 2009) Eltern dürfen ihre Kinder unterstützen, sie sollen sie auch unterstützen, aber in einem angemessenen Rahmen, damit jedes Kind die Möglichkeit hat, sich selbst zu entfalten und zu erfahren. So wenig Unterstützung wie möglich, so viel wie nötig.

Bericht: K. Dorsch/ekg

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