Mit dem Bundestag ins Ausland oder: Eine zweite Heimat

träumte ich davon, ein Schuljahr im englischsprachigen Ausland zu verbringen. Dieser Traum wurde dank des Parlamentarischen Patenschaft-Programms, auch kurz PPP genannt, wahr. Das PPP ist ein Stipendium des Deutschen Bundestages, der seit 1983 in Kooperation mit dem Amerikanischen Senats jährlich dreihundert deutsche Schüler in die Vereinigten Staaten schickt und dieselbe Anzahl an Amerikanischen Schülern nach Deutschland holt. Dieses Stipendium ermöglicht den teilnehmenden Jugendlichen, ein Schuljahr im Gastland mit Gastfamilien zu verbringen. Dort besuchen sie eine High School, bringen sich in die Gesellschaft ein, tauchen in die neue Kultur ein, und teilen im Namen ihres Landes als Junior-Botschafter ihre heimischen Traditionen und Werte. Ich war einer der Teilnehmer des Programms 18/19 und ging vor einem Jahr nach Beendigung der zehnten Klasse in die USA. Seid ihr zwischen 16 und 18, interessiert in ausländische Kulturen und Politik, und bereit für ein großes Abenteuer, dann könnt ihr euch jetzt auf der Website des deutschen Bundestages bewerben. Ich bewarb mich im September 2017, wurde im November zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, und erhielt im Februar das Wort, dass ich der Gewinner des PPP-Stipendiums 2018 war und konnte mein Glück gar nicht fassen. Nach einer Vorbereitungswoche in Berlin im Mai, machte ich mich Ende August auf nach South Dakota im Mittleren Western der USA und schuf einmalige Erinnerungen auf der anderen Seite der Erde. Am Anfang schien noch alles ziemlich fremd, doch schon bald schaute ich mit meinen neuen Freunden American-Football-Spiele an, spielte Theater auf der Bühne, ging zum berüchtigten „Prom“ (Abschlussball), feierte Thanksgiving, und aß viel zu viel Erdnussbutter. Jedoch war auch viel Selbständigkeit und Eigeninitiative gefragt, um auf neue Leute einzugehen und an Arbeitsgemeinschaften teilzunehmen. Nach zehn Monaten im Gastland fühlte ich mich in Amerika richtig zuhause, hatte viele Bräuche übernommen, und so viele tolle Leute kennengelernt. Im Juni reiste ich zurück nach Eislingen, doch ein Stück meines Herzens blieb dort.
Wenn ihr auch euren Horizont erweitern und eine zweite Heimat in dem USA finden wollt, dann bietet das Parlamentarische Patenschafts-Programm eine tolle Möglichkeit für alle Weltenbummler, die das Land der unbegrenzten Möglichkeiten mal persönlich kennenlernen möchten.

Text: Erik Wöllner

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