Elternvortrag Medienerziehung: begleiten, besprechen, Interesse zeigen

Das Thema „Medien“ und Handy-/Smartphone-Nutzung ist in aller Munde – egal ob WhatsApp, YouTube, Instagram, Snapchat oder TikTok – die Fülle an Smartphone-Nutzdiensten ist riesig und nach einer Jim-Studie von 2017 hätten 97% aller Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren ein Smartphone in Gebrauch. Dies bringt auch für Eltern eine neue Verantwortung mit sich: Denn Kinder halten sich im WWW meist dort auf, wo Eltern nicht sind bzw. oftmals auch gar nicht wissen, was für „Seiten“ ihre Kinder nutzen oder gar was sie selbst ins Netz stellen. Denn Neugier, Unwissenheit oder auch Naivität veranlassen Kinder Dinge zu tun, die sie selbst meist nicht abschätzen können: Wer denkt schon daran, dass ein potentieller Arbeitgeber in vielleicht 10 Jahren Filme mit freizügigen Posen immer noch im Internet finden kann? Oder dass ein Freund ein selbst gedrehtes Video einfach weiterleitet und es dann plötzlich alle in der Klasse oder gar Schule haben, obwohl man es gar nicht wollte und plötzlich dafür ausgelacht oder sogar ausgegrenzt wird? Im schlimmsten Fall finden sich zudem noch Daten an der Wand im Hintergrund des Videos wie Stundenpläne, Namen oder private Fotos, die selbst fremde Pädophile auf die Spur des eigenen Kindes bringen können…
Damit auch Eltern über die Gefahren des Internets bzw. einen verantwortungsbewussten Umgang mit einem Smartphone mehr erfahren, kam am Donnerstag, den 31.01.19 Herr Ralf Liebrecht, Kriminalpräventionsbeauftragter des Polizeipräsidiums Ulm ans EKG. In seinem 2 stündigen Vortrag brachte er sehr eindrücklich und verständlich den knapp 70 Eltern aus den Klassen 5-7 im Rahmen der Elternbildungsreihe bzw. auch des Präventionsprogramms „Kids online“ die derzeit beliebtesten Nutzdienste der Jugendlichen näher und lieferte viele Tipps, wie Eltern sehr wohl den Smartphone-Gebrauch kontrollieren bzw. die Kinder bei ihrem Umgang mit einem Smartphone zunächst begleiten können. Es gehe darum, den Schritt in die mediale Welt der Kinder mitzubekommen und auch mit ihnen Schritt halten zu können, ohne selbst abgehängt zu werden. Denn vermeiden ließe sich der Gebrauch nicht, schließlich biete er auch einen enormen Nutzen bei z.B. Internetrecherchen, e-bocks oder kurzen Kommunikationswegen. Bei dem Wort „Aufklärung“ denken viele zunächst an sexuelle Aufklärung (und dabei haben viele Eltern schon einen Kloß im Hals, wenn das Kind über Bienchen und Blümchen mehr wissen will) – heute muss Aufklärung auch im Bereich Medien stattfinden. „Die Schule kann auf diese individuelle Medienerziehung nicht allein eingehen“, so Liebrecht. Die unterschiedlichen Neigungen, Interessen und auch Auffassungsgaben bedeuten eine persönliche Medienerziehung v.a. durch die Eltern. Herr Liebrecht appellierte an sie, ihre Kinder auf dem Weg in die mediale Welt zu begleiten, Gespräche über Nutzen und Gefahren des Internets mit den Kindern zu führen und auch Interesse an Spielen o.ä. zu zeigen. Die mediale Welt ist da – gut ist, wer weiß, wie er mit ihr umzugehen hat.

Fotos & Bericht: K. Dorsch/ekg

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