Mit Engagement gewinnt man Wähler – Die Klasse 9a simuliert die Landtagswahl in einem Workshop

Mit Engagement gewinnt man die Wähler

Schülerinnen und Schüler der 9a des EKG simulieren die Landtagswahl

Geschäftig laufen Schülerinnen und Schüler der 9a durch das Erich Kästner Gymnasium. Sie haben wichtige Aufgaben zu erledigen. Aufkleber weisen sie als „Bürger“, „Presse“ oder Vertreter von Parteien wie „PCD“ oder „PFD“  aus. Sie diskutieren und tragen selbstgemalte Wahlplakate mit sich. Zusammen mit ihre Gemeinschaftskunde-Lehrerin Franziska Mezger gestalten sie einen spannenden Workshop. Am Freitag vor der Landtagswahl stellen sie eine demokratische Wahl nach. Das Los hat entschieden, wer welche Rolle bekommt. Sechs Parteien von der PAD bis zur PLD sind im Angebot. Jede der Parteien bekommt einige Grundaussagen vorgegeben, aus denen sie ihr eigenes Wahlprogramm gestaltet und auf Wahlplakaten festhält.

Nicht alle tun sich leicht mit der Partei, die ihnen per Los zugefallen ist. „Es ist schwer, passende Argumente zu finden, wenn man eigentlich andere Interessen hat“, berichten Ella und Mia. Sarah klagt über Meinungsverschiedenheiten mit ihrem Teampartner Luis. Kayra hingegen kann hinter dem sozialen Profil seiner Partei „PÖD“ stehen und mit Überzeugung für die Positionen zu günstigerem Wohnen, Gleichberechtigung und besserem Nahverkehr eintreten.

Währenddessen bereiten sich die Vertreter der „Presse“ darauf vor, die jungen Politiker zu befragen. „Es ist sehr interessant, den  verschiedenen Parteien beim Interview zuzuhören“, findet Mila.

In diesem Workshop gibt es auch „Bürgerinnen und Bürger“, die genau festgelegte Rollen haben. „Als Altenpflegerin und Mutter interessieren mich die Pläne für die Umwelt, Mobilität und der Umgang mit Migranten, da ich mit vielen Eingewanderten zusammenarbeite“, berichtet Jade, die ganz in ihrer Rolle aufgeht. Vinzent verkörpert einen 34 Jahre alten Erzieher in einer Kita, der von den Parteien einen funktionierenden Nahverkehr und den Schutz der Umwelt einfordert. Maite hingegen findet ihre Rolle als 69-jähriger Senior witzig, „da ich mich in einen Rentner reinversetzen muss, was als Jugendliche etwas schwerer, aber auch gleichzeitig lustig ist“. Michelle hat es da einfacher: „Die Rolle als 16-Jährige, die sich nicht sehr mit Politik auskennt, passt gut.“ Auch ein junger Unternehmer ist vertreten.

Der Vormittag ist intensiv gefüllt mit Diskussionen und Debatten, zuerst auf dem „Marktplatz“ an den Ständen der Parteien, schließlich bei einer Podiumsdiskussion mit „Bürgern“ und „Presse“. Dabei kommt den Journalisten eine wichtige Rolle zu, sie müssen die Politiker mit ihren Fragen herausfordern und als Moderatoren den Anliegen der Bürger Gehör verschaffen.

Schnell haben die Parteivertreter verstanden, wie sie am besten überzeugen können. „Beim Diskutieren versuchen wir, die Inhalte zu vermitteln, die am beliebtesten sind, also Wirtschaft, Wohnungsbau und Preissenkungen.“ So erklärt sich Alessio seinen Erfolg als beliebtester Politiker bei der abschließenden Wahl, bei der jede Schülerin und jeder Schüler der Klasse zwei Stimmen hat, eine Erst- und eine Zweitstimme. Alessio bekommt am Ende die meisten Erststimmen und ist sicher: „Die Ergebnisse hängen mehr von der Persönlichkeit und dem Engagement ab als vom Parteiprogramm!“ Amelie und Hanna schreiben ihren Sieg bei den Zweitstimmen den sozialen Themen ihrer Partei „PSD“ zu. „Wir sind selbst sehr überzeugt von unserem Programm. Und wir sind auf alle zugegangen und haben mit ihnen diskutiert“.

Grundlage für den Workshop ist ein Angebot der „Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg mit dem Titel „Wer macht’s? Der Weg in den Landtag“. Im Lauf des Vormittags vertiefen kurze Theorieeinheiten das Hintergrundwissen über die Aufgaben des Landtags und das Wahlsystem in Baden-Württemberg. „So können die Schülerinnen und Schüler anschaulich erleben, wie demokratische Prozesse funktionieren und welche Bedeutung politisches Engagement hat“, betont Lehrerin Franziska Mezger, die das Projekt durchführt.

Jedenfalls waren alle Beteiligten sehr motiviert und verstehen nun besser, wie ein Wahlkampf und die Wahl abläuft. „Es ist eine gute Erfahrung für die Zukunft“, meint Michelle. Auf alle Fälle war es ein cooler Schultag!

    Autor: Klasse 9a
    Fotograf: Franziska Mezger