Vom Zahlungsmittel und Heilmittel zum Genuss – Die Klasse 7d erfuhr bei einem Vortrag Spannendes über Kakaobohnen und nachhaltige Schokolade

Am 2. Juli 2026 durfte unsere Klasse 7d im Rahmen des Biologieunterrichts einen abwechslungsreichen Vortrag über die Herstellung von Schokolade hören. Dabei erfuhren die Schülerinnen und Schüler nicht nur, wie Schokolade entsteht, sondern auch viele überraschende Fakten aus Vergangenheit und Gegenwart. Gleich zu Beginn stellte die Referentin Frau Schaffer, eine ehemalige Deutschlehrerin, die noch relativ neue Ruby-Schokolade vor. Sie gilt neben dunkler, Vollmilch- und weißer Schokolade als vierte Schokoladensorte. Charakteristisch sind ihre rosa-violette Farbe sowie ihr fruchtig-beeriger Geschmack. Die Ruby-Schokolade gibt es erst seit 2017. Die Referentin erzählte außerdem, wie sie selbst auf das Thema aufmerksam wurde: Bei einem Besuch im Schokoladenmuseum in Waldenbuch entdeckte sie, wie spannend die Geschichte und Herstellung von Schokolade ist. Besonders interessant war der Blick in die Vergangenheit. Bei den Azteken galten Kakaobohnen als wertvolles Zahlungsmittel – ganz nach dem Motto: „Das Geld wächst auf den Bäumen.“ Für eine Tomate musste man beispielsweise eine Kakaobohne bezahlen, während ein Sklave etwa 100 Kakaobohnen kostete. Ein Truthahn war sogar rund 200 Kakaobohnen wert. Im 19. Jahrhundert wurde Schokolade hauptsächlich in Apotheken verkauft, da sie als Stärkungs- und Heilmittel galt. Auch ein dunkles Kapitel der Geschichte wurde angesprochen: Während des Zweiten Weltkriegs gab es die sogenannte „Panzerschokolade“, der aufputschende Drogen beigemischt wurden, damit Soldaten länger wach blieben. Nach dem Krieg wurde diese wegen ihres hohen Suchtpotenzials selbstverständlich nicht mehr hergestellt. Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war die Nachhaltigkeit. Während im Jahr 2011 nur etwa 3 % der Schokoladenproduktion nachhaltig gewesen seien, liege dieser Anteil heute bereits bei rund 80 %. Trotzdem gibt es weiterhin große Herausforderungen. Noch immer arbeiten vor allem in Afrika schätzungsweise 1,5 Millionen Kinder auf Kakaoplantagen. Nachhaltiger Kakao bedeutet deshalb nicht nur weniger Entwaldung, sondern auch faire Löhne für die Kakaobauern und ein entschlossenes Vorgehen gegen Kinderarbeit. Natürlich wurde auch über unseren Schokoladenkonsum gesprochen: Durchschnittlich esse jede Person etwa 9 Kilogramm Schokolade pro Jahr. Zum Abschluss gab die Referentin noch einen wichtigen Hinweis für alle Tierbesitzer. Schokolade sei für Hunde und viele andere Haustiere giftig. Wer seinem Vierbeiner etwas Gutes tun möchte, greife deshalb lieber zu einem geeigneten Leckerli statt zu einem Stück Schokolade. Der Vortrag zeigte eindrucksvoll, dass hinter einer Tafel Schokolade weit mehr steckt als nur ein süßer Genuss. Die Schülerinnen und Schüler konnten viele neue Informationen mitnehmen und werden beim nächsten Schokoladeneinkauf vielleicht auch auf nachhaltige Produkte achten. Ein herzliches Dankeschön gilt noch Frau Schaffer, die extra zum Vortrag ans EKG kam! K. Dorsch

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