Gewaltprävention mit einer Fachfrau: Petra Baumeister vom Polizeipräsidium Ulm arbeitete intensiv mit den Schülern aus vier Klassenstufen
Damit die Schülerinnen und Schüler sicher unterwegs sind im Netz, in der Schule und in ihrem Alltag, bietet das Erich Kästner Gymnasium in Eislingen ein umfangreiches Präventionsprogramm. Dazu gehören Workshops mit der erfahrenen Polizeioberkommissarin Petra Baumeister, sie in diesem Schuljahr die Klassen aus vier Jahrgangsstufen besuchte. Dabei ging die Polizistin individuell auf die Fragen der Jugendlichen ein und schöpfte mit anschaulichen Beispielen aus ihrer vielfältigen Berufserfahrung. Mit diesen Diskussionen will sie den Jugendlichen keine Angst machen, sondern vorbeugend wirken und ihnen konkrete Handlungsmöglichkeiten für reale Gefahren an die Hand geben. Dazu gehört es, Mut zu machen zu respektvollem Handeln und selbstbewusstem Auftreten. Baumeister zeigte klare Grenzen auf, um zu vermitteln, wo Spaß endet und wo Körperverletzung oder Mobbing beginnt. Dabei nahm sie die Jugendlichen in die Verantwortung für ihr eigenes Verhalten. In den Jahrgangsstufen 5 und 7 ging es um Erfahrungen im Netz. Was mache ich, wenn ich Gewaltvideos geschickt bekomme oder jemand, den ich nicht kenne, Kontakt aufnehmen will? Was tun bei Cybermobbing? Mit den 6. Klassen tauschte sich Baumeister über die Erfahrungen mit körperlicher und psychischer Gewalt aus. Sehr deutlich vermittelte sie den Jugendlichen, welche Folgen scheinbar harmlose Aktionen haben können und wo das Strafrecht beginnt. Mit Sätzen wie „Das Opfer bestimmt, was Gewalt ist, nicht der Täter“ und „Alle müssen es lustig finden, sonst ist es Gewalt“ regte sie die Jugendlichen zum Nachdenken über die eigenen Erfahrungen und Taten an. Daran knüpften auch die Workshops mit den 9. Klassen an, in denen es darum ging, im Netz und im Leben Zivilcourage zu zeigen und selbst die Grenzen der anderen zu respektieren. Für die 10. Klassen gab es schließlich Tipps, wie man „Sicher unterwegs“ sein kann und sich gegen sexualisierte Gewalt wehren kann. Mit ihrer direkten, temperamentvollen Art fand Baumeister schnell Zugang zu den Jugendlichen und konnte mit ihrer großen Erfahrung spannende Diskussionen gestalten. Auch die Eltern wurden in einer Informationsveranstaltung praxisnah und aktuell über Risiken von Social Media wie Pornographie, Extremismus, Sucht und Gewaltdarstellungen informiert. Das Erich Kästner Gymnasium sieht in dieser Prävention einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung des Schulmottos „Respekt“ und zur Unterstützung der Entwicklung der Jugendlichen. Organisiert wurde das Präventionsprogramm von der Schulsozialarbeit und der Beratungslehrerin.