Mit zwei Autorinnen, einem Schlagzeuger, einem Bühnenbildner und einem Schauspieler konnten Schüler bei der Kulturwoche ins Gespräch kommen.
Kunstlehrerin Doris Vogel, die auch preisgekrönte Gedichte schreibt, hat für die Schüler der 9. Klassen wieder ein Programm mit prominenten Künstlern zusammengestellt. Eine Woche lang konnten alle Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs je eine Stunde lang einen Künstler zu seinem Beruf und seinem Werk befragen. Anschließend durfte die 9a die jeweilige Kunstrichtung in einem Workshop selbst erproben. Den Beginn machte der Schlagzeuger Ralf Gustke. Er vermittelte den Jugendlichen seine Leidenschaft für die Musik. Er produzierte mit der Klasse einen eigenen Song mit einem ausgeprägten und vielfältigen Beat. Wie in einem Tonstudio gestalteten sie eine Tonspur nach der anderen und variierten sie mit technischen Mitteln, bis ein temperamentvoller, mitreißender Sound entstanden war. Am zweiten Tag drehte sich alles um das Bühnenbild. Der Bühnenbildner Manuel Kolip gestaltet Theaterprojekte in ganz Deutschland und brachte den Schülerinnen und Schülern das Modell einer Bühnenausstattung zu dem Kinderstück „Die Bremer Stadtmusikanten“ mit. Gemeinsam interpretierten sie die Symbolik dieser Arbeit., z.B. den Regenbogen als Zeichen der Hoffnung und Gemeinschaft. Im Gespräch wurde deutlich, wie aufwändig die Ausstattung einer Bühne ist und wie vielfältig der Beruf ist. Im Workshop bauten die Jugendlichen dann selbst Bühnenmodelle zu diesem Stück und zeigten dabei ihre eigene Kreativität und ihr handwerkliches Geschick. Höhepunkt der Woche war der Auftritt des Filmschauspielers Michael Kranz, der nicht nur aus Fernsehproduktionen bekannt ist, sondern auch Erfahrungen in Hollywood gesammelt hat. Sehr anschaulich zeigte er den Jugendlichen sein Können, indem er eindrucksvoll in verschiedene extreme Emotionen switchte. Viel interessante Details zu seiner Berufserfahrung machten das Gespräch spannend. Im Workshop erspürte er mit den Jugendlichen die Wirkung eines Auftritts. Bei improvisierten Szenen wies er einzelnen Mitspielern spontan Rollen zu und gemeinsam reflektierte die Gruppe über die Wirkung von Körpersprache. Aus ihren beiden Romanen „Schwarzer Schwan“ und „Dünnes Eis“ las Theres Essmann am nächsten Tag jeweils die ersten Seiten vor und machte die Schülerinnen und Schüler damit neugierig auf ihre Werke und ihren Beruf. Welchen Unterschied macht es, ob ein Text in der Ich-Form oder aus der distanzierteren Außenperspektive geschrieben ist? Und wie entsteht eigentlich ein Roman? Viele Fragen gab es da zu klären. Essmann beschrieb anschaulich, wie die literarischen Figuren in ihrem Kopf ein Eigenleben entwickeln: „Ich liebe es, wenn Geschichten entstehen und ich mich hineinfühlen kann in ganz unterschiedliche Persönlichkeiten!“ Das machte den Jugendlichen auch Lust darauf, selbst zu schreiben. Nach einem Impuls aus der Geschichte „Mein idealer Ort“ von Annie Ernaux beschrieben die Jugendlichen ihren eigenen Sehnsuchtsort. Dabei entstanden berührende Texte voller sinnlicher Erinnerungen und liebevoller Beziehungen, die anschließend in einer kleinen Lesung von Schülerinnen vorgetragen wurden. So manches kreative Schreibtalent kam dabei zum Vorschein.