Irrsinnig menschlich – Go Präventionsprogramm am EKG

Die seelische Gesundheit hatte das Projekt der Sozialarbeit am Erich Kästner Gymnasium in dieser Woche im Blick. Im Rahmen der Eislinger Präventionswoche „Go“ tauschten sich die Schüler der 11. Klassen mit Fachleuten und persönlichen Experten über ihre Erfahrungen mit psychischen Krisen und Erkrankungen aus.

Ein siebzehnjähriger Schüler sitzt in der Mitte und soll ganz einfache Rechenaufgaben lösen. Eigentlich kein Problem, würden ihn nicht gleich mehrere Mitschüler mit Gesten und flüsternden Stimmen ablenken. „So geht es Menschen, die an Schizophrenie leiden“, erklärte Yvonne Bernauer, Mitarbeiter des Vereins Viadukt aus Göppingen, der psychisch Kranken im Alltag begleitet. Zusammen mit Elena Fuchs und Wolfi Ostertag wollte sie die Schüler sensibilisieren für die Situation von Menschen mit seelischen Krisen in unserer Gesellschaft. Zunächst mussten sich die Schüler ganz persönlichen Fragen stellen: Ist es schwer, in der heutigen Zeit aufzuwachsen? Was ist für Dich schlimmer – ein Herzinfarkt oder eine Depression? Schadet es, ein bisschen verrückt zu sein? So kamen die Schüler in ein Gespräch, das sich nicht nur um Krisen und Krankheiten, sondern auch um das Thema Sucht drehte. Und immer wieder brachten Yvonne Bernauer und ihre Kollegin Elena Fuchs die Jugendlichen zum Nachdenken: Wie werden psychisch Kranke in der Öffentlichkeit dargestellt? Und wie lebt es sich mit dem Vorurteil, für andere gefährlich zu sein? Es wurde deutlich, dass verschiedene Persönlichkeiten das Zusammenleben bunt und spannend machen. „Irrsinnig menschlich“ heißt deshalb auch der Verein, der diese Präventionsarbeit in Schulen fördert.

Aber es ging nicht nur um den Respekt vor Menschen in Krisen, es ging auch um die eigene seelische Gesundheit. Woran merke ich, dass es mir nicht gutgeht? Hier tauschten sich die Schüler über ihre Erfahrungen aus und packten zusammen einen imaginären „Notfallkoffer“ zur Vorbeugung bei eigenen Krisen. Freunde und Sport kamen hinein, aber auch Schokolade, eine Klangschale und viele positive Gedanken.

Ganz konkret wurde es schließlich beim persönlichen Austausch in kleineren Gruppen mit den Fachleuten über die Erfahrung mit eigenen Krisen oder denen anderer Menschen. „Die Offenheit ist so wichtig“, betonte Yvonne Bernauer. „Wir wollen zeigen, dass psychische Erkrankungen wie etwa Depressionen jeden treffen können und zu unserer Gesellschaft dazu gehören.“ Deshalb solle und dürfe niemand in einer Krise alleine bleiben.

Text: D. Weber/ekg

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