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Fortbildungstag für Beratungslehrkräfte (EKG: Frau Dorsch) in Bartholomä zum Thema „Beratung in der veränderten Schullandschaft“

Seit gut 100 Jahren gibt es mittlerweile eine allgemeine Schulpflicht – allerdings bestand diese 1921 nur bis zum Alter von 14 Jahren, da man anschließend meist eine Ausbildung begann… 1958 gab es noch nicht einmal die uns allen bekannte Realschule! Laut dem Schulamtsdirektor Herrn Jörg Hofrichter sei 1964 in Baden-Württemberg (BW) das dreigliedrige Schulsystem eingeführt worden, bestehend aus Haupt- und Realschule sowie dem Gymnasium.

2018 hat sich nun die Schullandschaft verändert: Momentan gibt es in BW noch ein 4-Säulen-Modell, bestehend aus Haupt- und Werkrealschule, Gemeinschaftsschule, Realschule und Gymnasium. Durch das Ausdünnen der ländlichen „Volksschulstandorte“ und dem Zusammenführen von Schulverbünden gebe es oftmals nun keine Haupt- oder Realschulen mehr in nächster Nähe. Schüler müssten größere Fahrtstrecken auf sich nehmen und in den Schulverbünden mit einer deutlicheren Heterogenität rechnen. Es zeige sich momentan eine Entwicklung hin zu einem 2-Säulen-Modell, bestehend nur noch aus der Gemeinschaftsschule und dem Gymnasium (wobei man dazu sagen muss, dass die beruflichen Schulzentren, z.B. die „Öde“, nicht vergessen werden dürfen!). Auf der Gemeinschaftsschule werden Schüler je nach Leistungsstand auf unterschiedlichen Niveaustufen unterrichtet: dem grundlegenden Niveau (G-Niveau), dem mittleren Niveau (M-Niveau) und dem erweiterten Niveau (E-Niveau), wobei das letztere sozusagen dem gymnasialen Niveau entspreche.

Laut Herrn Hofrichter würden durch diese Veränderungen in der Schullandschaft neue Leistungsanforderungen an die Schule gestellt:

  • Die Schule sei nun ein Ort der ganztägigen Bildung und Betreuung (v.a. auch durch die veränderte berufliche Orientierung der Eltern),
  • es benötige mehr Differenzierung aufgrund einer deutlich heterogenerer Schülerschaft,
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  • um Brüche zu vermeiden, müssten bessere Anschlussmöglichkeiten für Schulabgänger vorhanden sein,
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  • Schule müsse verschiedene Bildungsabschlüsse liefern (damit die Entscheidung, welchen Abschluss die Kinder machen sollen, lange offen gehalten werden könne),
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  • zum normalen Schulbetrieb müssten ergänzend weitere Angebote und vielfältige Dienstleistungen (wie AGs, Schulsozialarbeiter…) erbracht werden,
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  • und die Inklusion mancher Schüler sei auch eine Anforderung.

Herr Hofrichter gab zu bedenken, dass es DIE Schullandschaft in BW aber nicht gebe – allen Anforderungen zu genügen und somit praktisch alles umzusetzen, sei nicht einfach, zumal die örtlichen Begebenheiten und Ressourcen der jeweiligen Schule mit beachtet werden müssten. Wichtig für Eltern sei es sicherlich zu wissen, dass es keinen Abschluss ohne Anschluss gebe, d.h. die Bildungswege in BW seien so gestaltet, dass jedes Kind eine passende Schule mit passendem Abschluss finden könne.
Selbst das Abitur kann nicht nur über das Gymnasium, sondern auch über Umwege an anderen Schulen erlangt werden – noch nicht jedoch auf einer Gemeinschaftsschule, da diese noch keine Sekundarstufe II hat!

Während Schüler am Gymnasium automatisch mit bestandenem Versetzungszeugnis von Klasse 9 in 10 ohne Zusatzprüfung den Hauptschulabschluss erlangen sowie automatisch den Realschulabschluss bei bestandenem Versetzungszeugnis von Klasse 10 in die Kursstufe, müssen Schüler bei anderen Schularten eine Abschlussprüfung absolvieren. Sofern Schüler in der Gemeinschaftsschule auf E-Niveau unterrichtet werden, ist nicht automatisch ein Realschulabschluss nach Klasse 10 erreicht – hier bietet eine Schulfremdenprüfung (durch das Staatliche Schulamt Göppingen) sicherlich eine gute Möglichkeit, um einen Abschluss zu bekommen.

Während die Gemeinschaftsschule mit allen Niveaustufen eine „leistungsorientierte Schule für Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Begabungen“ ist, bei der alle „Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen“, vermittelt das allgemein bildende Gymnasium in acht Jahren „ein qualifiziertes Fundament an Wissen, Werten und Kompetenzen, das zur allgemeinen Hochschulreife führt“ (siehe km-bw.de). Welcher Weg der richtige ist, hängt natürlich vom jeweiligen Kind ab. Schülerinnen und Schüler sollten sicherlich nicht überfordert, aber auch nicht unterfordert werden. Oftmals muss man ihnen einfach nur etwas zutrauen. Und falls man dennoch einmal den falschen Weg eingeschlagen hat, gibt es genügend andere Wege, die zu einem Abschluss führen. Vielleicht hilft es zu wissen, dass es in BW eben keinen Abschluss ohne Anschluss gibt. Sofern Sie Beratungsbedarf haben, sprechen Sie mich einfach darauf an: beratungekg@gmail.com

Bericht: K. Dorsch, Beratungslehrerin am EKG

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